Manhua

Manhua

 

 

Manhua ist das chinesische Wort für Comics. Außerhalb der Chinesischen Sprache steht es für Chinesische Comics oder chinesisch übersetzte Comics. Historisch gesehen, wurden, wegen der stärkeren Liberalisierung und des höheren Lebensstandards, die Mehrheit der Manhua in Hong-Kong und in Taiwan als im Festland von China veröffentlicht.
Chinesische Comics schließen alle Formen und Stile der Cartoons, Comics, und Lianhuantu (ein traditionelles illustriertes Storybuch) ein, schrieb Wendy Siuyi Wong, Autor von Hong Kong Comics: A History of Manhua. Lianhuantu weicht von Comics im traditionellen Sinn ab, indem es gewöhnlich aus ganzseitigen Bildern mit Bildunterschriften, ohne Sprechblasen besteht.
Die ersten Manhua stammen aus dem 11. Jahrhundert und fand man auf Steinreliefs. Andere dagegen fand man auf Töpfereikunst und Bürstenzeichnungen. Die richtigen Manhua entstanden Ende des 19. Jahrhunderts bis in die zwanziger Jahre. Dabei gab es natürlich auch verschiedene Arten: Satirische-, politische-, Action- und Kinder Manhua.

Nun hat es zum ersten Mal eine Manhua-Zeichnerin nach Europa geschafft. Genauer gesagt zu uns. Ihr Name lautet: Selena Lin und ist die wohl bekannteste Manhuajia momentan und läuft selbst bekannten Mangaka den Rang in Taiwan ab.

 

 

Sie nennen sich Benjamin, Pocket Chocolate oder Rain. Sie inszenieren nicht nur ihre Comic-Geschichten, sie inszenieren auch ihr eigenes Leben. Ihre Weblogs lassen etwas vom Lebensgefühl einer Generation junger urbaner Chinesen erahnen – hin- und hergerissen im Spannungsfeld zwischen westlicher Moderne und Jahrhunderte alter Tradition, zwischen Freiheitsdrang und totalitärem Regime, zwischen Kunst und Kommerzialisierung. Ihre Zeichnungen ähneln dem japanischen Manga, europäische, amerikanische und traditionell chinesische Einflüsse sorgen dennoch für individuelle und faszinierende Stile.
Die beiden vereinfachten chinesischen Schriftzeichen für „Manhua“ sind dieselben, die in Japan für „Manga“ benutzt werden und bedeuten im Wesentlichen „humorvoll“ (man) und „Zeichnungen“ (hua). Moderner Manhua ist natürlich genauso wenig nur humorvoll, wie der Comic auf der ganzen Welt. Auch wenn China auf eine große Tradition der Bilderzählung zurückblicken kann, ist der Comic im engeren Sinn jedoch ein junges Phänomen. Die Situation der Zeichner im modernen China ist vielleicht mit der Situation im Deutschland der 80er-Jahre zu vergleichen. Im Verhältnis zur Größe des Landes ist die Szene klein und sind die Auflagen niedrig. Die Sprache des „Manhua“ hat jedoch ein ungeheures Potenzial, Brücken zwischen Kulturen zu schlagen, die Geschichte, Legenden, Phantasien und das alltägliche Leben von Chinesen heute einem großen Publikum zugänglich zu machen. Und, die wirtschaftliche Entwicklung Chinas der letzten zehn Jahre hat gezeigt, wie rasant sich die Veränderungen im Reich der Mitte vollziehen.

 


Mit „Remember“ erscheint in Deutschland die Geschichte von Benjamin, dem „Popstar“ unter den chinesischen Comic-Zeichnern – bald könnten die Manhuas aus China aber an die weltweiten Erfolge des japanischen Manga anknüpfen. In Frankreich – in Sachen grafischer Literatur ja schon immer Vorreiter – verlegt der französische, auf China-Comics spezialisierte Verlag Xiao Pan bereits zahlreiche chinesische Manhuas, Casterman und die Edition Soleil legen nun nach. Stift und Papier haben bei vielen der jungen Chinesen vollkommen ausgedient. So erscheinen nun viele digitalerstellte Werke.

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